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Sorgen

Ich musste eingeschlafen sein, denn als ich erwachte, leuchteten draußen am Himmel die Sterne in vielen faszinierenden Blautönen. Blinzelnd tastete ich in der Dunkelheit nach dem Lichtschalter. Die Lampe glühte unerträglich hell, so dass ich beschloss doch lieber Kerzen anzuzünden. Im dämmrigen Licht starrte ich weiter aus dem Fenster. Noch war nicht Mitternacht, noch hatte ich Zeit und ich wusste, er würde kommen.

Als Ablenkung begann ich zum hundertsten Mal die Beschreibung des Herrschers über die Refugien in „Der mechanische Prinz“ zu lesen und auswendig zu lernen. Ich liebte das Buch und ich liebte den Autor, also versuchte ich einfach alles von ihm in die Hände zu bekommen.

Plötzlich erklang unten das schneidende Geräusch klirrenden Glases, ein Scheppern und lautes Fluchen. Mit Herzklopfen rannte ich die Treppe herunter, drei Stufen auf einmal nehmend. Was ich unten sah versetzte mich aber mehr in Entsetzen als in Freude. Mein Großvater lag bewegungslos in den Scherben unserer Glastür. Ich begann zu schreien, Mama und Oma, bereits von dem Krach vorher angelockt, stürmten herbei und kümmerten sich sofort um alles.

„Adelaide, ist alles in Ordnung? Gott, Kind, hör auf zu schreien!“ „Bring deine Tochter zum Schweigen!“

Aber ich konnte nicht aufhören. Lieber hätte ich geweint oder gelacht, aber ich konnte nur schreien. Der Anblick war grausam, er sah aus wie tot, die Augen weit aufgerissen, Blut an den Händen und mitten in den Scherben. . . Kalte Luft zog durch die Löcher in der Tür und mir wurde kalt, während mein Schreien zu einem trockenen Schluchzen verebbte.

Nachdem endlich der Krankenwagen kam, beruhigte man uns mit den Worten: „Er hat nur einen Schock, spätestens nächste Woche können sie ihn wieder abholen.“ Außerdem schien er zu viel getrunken zu haben, wie es schon mehrere Male vorkam.

Wieder in meinem Zimmer stellte ich fest, dass es bereits zwei Uhr war und mein Mut sank so schnell wie meine Verzweiflung stieg. Hatte ich mich etwas verschätzt? Sollte das Lügengebilde, das ich mir selbst gestrickt hatte, etwa zerfallen?

Resigniert sah ich nach unten auf den Hof, wo meine Katze hoch zum erhellten Fenster schaute. Sie sah so intelligent aus, wenn sie das tat, dabei war sie so dick, dass man sie über den Boden rollen konnte. Ich lächelte und legte mich ins Bett.

An meiner Decke formten sich Bilder, Drachen, Feuerwerk, Lichter. . .Desiderius Gesicht.

Ich konnte nichts anderes tun, als zu weinen.

27.11.06 19:38
 


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